Lasertechnik

Oft setzt das Angebot der Fantasie beim Motorradumbau die Grenzen. Bei ,,Laserteile4you" werden Teile nach individuellem Kundenwunsch praktisch per Mausklick gefertigt. MO war zu Besuch beim Laser-Spezialisten.

MO Motorrad Magazin | Juli 2017 · Nr. 7
Jeder, der sich schon einmalI kreativ schraubend mit seiner Maschine auseinandergesetzt hat, stößt irgendwann an seine Grenzen. Manchmal findet sich genau jenes Teil nicht, welches der eigenen Vorstellung entspricht. Entweder gibt es so etwas gar nicht, oder mangels Masse ist niemand bereit es zu fertigen. Selber machen, lautete bislang die Devise – aber dies ist eben nicht jedem so ohne weiteres möglich.

Mit dem Internetportal „Laserteile4you" bekommt das Ganze nun eine neue und spannende Komponente. „Geht nicht, gibt's nicht, wir machen alles, was sich aus Blech machen lässt", so lautete einst die Devise des Firmengründers Hans-Paul Kaysser, der 1947 das Unternehmen H.P. Kaysser gründete, aus dem vor rund sieben Jahren Laserteile4you hervorgegangen ist. Dieser Leitspruch gilt auch in der zweiten Generation und treibt heute Thomas Kaysser an und um. Er selbst hat den Finger am Puls der Zeit und offenbar auch das richtige Gespür für die sich rapide verändernde Industriekultur, Einfach, transparent und vor allem schnell muss es heute gehen.

Da ist natürlich so ein Internetportal genau das Richtige. Unter www.laserteile4you.de kann der geneigte Kunde selbst Dateien hochladen, die gewünschten Materialien, Blechstärken und Kanten wählen, sich die Geschichte im Sekundenbruchteil durchkalkulieren lassen und den Liefertermin festlegen. Egal ob für ein Einzelteil, eine Kleinserie oder tausende von Teilen, 365 Tage im Jahr und rund um die Uhr.

Was man dazu braucht, klingt zunächst einmal recht simpel. Einfach eine DXF- oder STEP-Datei hochladen, alle übrigen Parameter auswählen, und los geht's. Für wen nun diese beiden Datei-Kürzel böhmische Dörfer sind, kann sich ein entsprechendes technisches Zeichenprogramm aus dem Internet laden, Vorschläge finden sich auf Laserteile4you. Hat man sich einen halben Tag durch die Weiten des Netzes, durch diverse Lizenzvereinbarungen, und, und, und, geklickt, stellt man fest, dass sich solch eine Zeichnung nicht ohne entsprechende Vorkenntnisse erstellen lässt. Weitaus einfacher ist eine Umfrage im Bekanntenkreis, ob sich jemand mit der Materie auskennt. Hat man keinen Kumpel an der Hand, finden sich ebenfalls im Internet entsprechende Firmen, die Ideen in Dateienwandeln. Ist man schließlich im Besitz seiner entsprechenden Datei, kann man diese bei Laserteile4you hochladen.

Natürlich war diese Homepage ursprünglich ja auch für metalÍverarbeitende Betriebe gedacht, mit entsprechend ausgebildeten Technikern. Mittlerweile umfasst die Kundendatenbank rund 15.000 Adressen. Da sind zunächst allerlei kleinere und größere Firmen darunter, aber auch ein paar ganz große. Die schätzen die Einfachheit, Geschwindigkeit und vor allem die Transparenz der Seite. Da lässt man gerne auch mal ebenschnell Teile für den Prototypenbau bei Kaysser fertigen. Dies geht oft zügiger, unkomplizierter und mit sekundenschneller Kalkulation. Meist besser sogar als im eigenen lJnternehmen. Und neuerdings kommen auch immer mehr Privatpersonen hinzu, die sich Schmuckes für den Garten lasern lassen oder andere Dinge, bis hin zum Blechelefanten, der nun als Stiftehalter einen privaten Schreibtisch ziert.

Hat man nun also seine Datei im Internetportal hochgeladen, kann man sich die Materialien aussuchen: Alu, Edelstahl, Kupfer, Messing oder Stahl sind möglich. Dann die Materialstärken, die bei Aluminium bis zwölf Millimeter, bei Stahlblech gar bis 20 Millimeter betragen können. Edelstahl bis 15 Millimeter, Kupfer bis drei, Messing bis vier. Die Ausrichtung der Werkstücke auf den Platinen nach Walzrichtung (horizontal/vertikal/egal) festlegen und Zutsatzoptionen auswählen. An erster Stelle steht hier das Entgraten. Tritt der bis zu acht Kilowatt starke Laserstrahl an der Unterseite des Materials aus, entsteht ein Grat. Wobei der bei weicheren Platinen, etwa Alu, größer ausfällt als bei Stahl. Zusätzlich entscheidet die Materialstärke über die Gratbildung. Bei dünnen Blechen kaum, bei dicken gut spürbar.


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Redakteur: Matze Hepper